Freitag, 23. Juli 2010

Meldungen des Wochenendes (23.-25.07.2010)

Meldungen werden bis Sonntag ergänzt

- Mythos Eichmann: Ein ARD-Film beleuchtet das Leben des Nazikriegsverbrechers in Argentinien
"Daß Eichmann doch verhaftet wurde, war nicht im Interesse der israelischen Regierung, die damals den Bonner Staat erpreßte. Im Kabinett Adenauers saßen zahlreiche Altnazis. Vertriebenenminister Theodor Oberländer beispielsweise oder Verkehrsminister Hans-Christoph Seebohm und vor allem der Staatssekretär im Kanzleramt: Hans Globke. Der war Mitautor der Nürnberger Rassengesetze und zeitweise Eichmanns Vorgesetzter. Im Prozeß schwieg Eichmann über seine Auftraggeber. Das war die Voraussetzung für einen Deal zwischen Israel und Deutschland, der die Übergabe des nuklearen Know-hows aus Hitlers Uranforschung und die Zahlung von über 500 Millionen DM regeln sollte – am Parlament vorbei und gegen den erklärten Willen des Auswärtigen Amtes."
Quelle: jungewelt.de
Kommentar: Der Film wird bestimmt wieder auf heute gültiger offizieller Propagandalinie sein...

- Rechts-Konkurrenz zur Union könnte 20 Prozent bekommen
"Eine Partei rechts von CDU und CSU? Eine solche Neugründung wäre ein Auffangbecken für frustrierte Unionswähler. Und weil es davon sehr viele gibt, sagt ein führender Meinungsforscher der möglichen Gruppierung auf Anhieb 20 Prozent bei Wahlen voraus."
Quelle: spiegel.de
Kommentar: Wenn es eine rechte Partei etwa so wie die alte CDU (vor Kohl) wäre, vielleicht möglich. Nur eine Spur zu weit am rechten Rand und man ist bei max. 1-2%, was uns bei jeder Wahl die Ultrarechten beweisen.

- Nach der Tragödie in Duisburg: Panikforscher verteidigt Sicherheitskonzept
"Dabei stand die Frage im Vordergrund, ob es richtig war, bei der Erwartung von mehr als einer Million Besuchern und einem Gelände für maximal 250.000 Menschen nur einen Zugang anzubieten, der wiederum nur durch Tunnels erreichbar war. Oberbürgermeister Sauerland sagte bereits: Es „lag nicht am Sicherheitskonzept, das nicht gegriffen hat, sondern wahrscheinlich an individuellen Schwächen.“ [...] Nach der Tragödie hat der Panikforscher Michael Schreckenberg das Sicherheitskonzept verteidigt, an dem er selbst beteiligt war. Der Tunnel, in dem es zur Massenpanik gekommen war, sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte der Professor am Samstagabend im Westdeutschen Rundfunk. Und der Tunnel sei mehrfach gesperrt worden, wenn zu viele Menschen in ihn hineingedrängt seien."
Quelle: faz.net
Kommentar: Oh, die mutmaßlich Schuldigen verteidigen sich! Wie immer! Nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern vielleicht für's eigene Gewissen. Wenn auf einem Gelände über eine Million Menschen regelrecht eingesperrt sind, die alle her- und wegkommen müssen und das nur durch einen einzigen Weg, dazu durch einen Tunnel(!) möglich ist, wird man sich kaum rausreden können. Die viel zu wenigen Sicherheitskräfte ganz zu schweigen. Hier ging es bloß um Profit, für den man bei ALLEM außer der "Show" an sich sparte. Dass der Tunnel mehrfach gesperrte wurde mag sein, ändert aber nichts am Vorfall! Den Zu- und Ausgang kann man bei der miesen Konzeption und Planung kaum gut freihalten, da doch eine wahnsinnige Menschenmenge rein- und raus muss, da es keinen anderen Weg gab. Mehr Infos zu den Tätern hier: "Partygelände war nur für 250.000 Menschen zugelassen"

- USA: Bankenpleiten des Wochenendes
- Crescent Bank and Trust Company (1,01 Milliarden* US$ Aktiva)
- Sterling Bank (407,9 Millionen US$ Aktiva)
- Home Valley Bank (251,8 Millionen US$ Aktiva)
- SouthwestUSA Bank (214 Millionen US$ Aktiva)
- Williamsburg First National Bank (139,3 Millionen US$ Aktiva)
- Community Security Bank (108 Millionen US$ Aktiva)
- Thunder Bank (32,6 Millionen US$ Aktiva)
Quelle: FDIC.gov (Auf Namen der Bank klicken!)
Kommentar: Die Pleitewelle der Banken rollt von den Massenmedien ignoriert weiter... Totale Summe diese Woche: 2,1 Milliarden* US$ *(US: Billion)

- 19 Tote bei Massenpanik auf Loveparade
"Bei einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, starben 16 Menschen am Unglücksort, drei weitere Menschen erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden 342 Menschen verletzt. Wie schwer ihre Verletzungen sind, ist noch unklar. Einige von ihnen mussten reanimiert werden.

Zu der Panik war es in einem Tunnel vor dem Loveparade-Gelände am ehemaligen Güterbahnhof gekommen, dem offiziell einzigen Zugang zum Veranstaltungsgelände."

Quelle: tagesschau.de
Kommentar: Nach Informationemn von Teilnehmern gab es wirklich nur EINEN (offiziellen) Zugang zur Megaparty, der auch noch durch einen etwa 100m langen und ziemlich engen - für die großen Menschenmassen(!) - Tunnel führte. Das ganze Gelände auf dem sich bis zu 1,4 Mio. Menschen versammelten war nahezu komplett abgeriegelt und es gab kaum Sicherheitskräfte (VOR dem Unfall). Die Verantwortlichen handelten absolut unverantwortlich und gehören bestraft! Es handelt sich um typische Profitgier der Veranstalter und Profilierungssucht der regionalen Politik, die sich so bei jungen Wählern durch Herholen der Loveparade einschleimen wollte und den Wahnsinn erlaubte. In Berlin bisher lief die Loveparade aus diversen Gründen besser ab. Es war ein fast komplett offenes Gebiet (Stadt) und dort gab es mehr als genug Sicherheitsleute, die aufpassten, dass sich nirgends eine gefährliche "Menschenmasse" irgendwo "eingesperrt" ansammeln kann, was immer Risiken birgt...

- Ergebnisse des Banken-Stresstests: Deutsche Banken bestehen - nur HRE fällt durch
"Von den 14 größten deutschen Banken hat nur der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate den europaweiten Stresstest für die Branche nicht bestanden. Das Münchener Institut habe in jedem Testszenario die als Maßstab verwendete Kernkapitalquote von sechs Prozent verfehlt, teilten Bundesbank und BaFin als die beiden deutschen Finanzaufsichtsbehörden mit.

Bei dem Stresstest wurde untersucht, ob eine Bank auch dann überlebensfähig ist, wenn sich die Märkte sehr negativ entwickeln oder die Konjunktur einbricht. "

Quelle: tagesschau.de
Kommentar: Der Stresstest war eine PR-Aktion und Mogelpackung, wie das Handelsblatt vorgestern auf der Titelseite meldete. (s. Text hier) Man testete nur die Auswirkung der Konjunktur und den Wertverfall einiger Staatsanleihen. Nicht im Test enthalten war z.B. eine Verschärfung der Krise am Immobilienmarkt (Hypotheken)! Dabei löste das doch die Finanzkrise aus. Peinlich, wie jede Bank nach eigenen Bilanzregen den Test mitmachen durfte. Der Test war also sehr lasch und unrealistisch sowie auf verlogenen Bilanzdaten basierend. Die sonst miserabel geführten staatlichen Landesbanken schneiden beim politisch motivierten Test zufällig super ab... Das Handelsblatt (online) heute dazu: "Der Stress lohnt nicht"