Freitag, 5. Juni 2009

Obamas epochale Rede in Ägypten!

Von den Medien gefeiert und zum Himmel hoch gelobt, wird Obama von vielen fast wie ein Rockstar verehrt. So auch seine gestrige Rede in Kairo. Steckt Substanz dahinter oder ist alles nur Show?

Gestern gute Worte für die Araber in Kairo (wenige im Verhältnis zur Rede sowie anderem Lob wie Eigenlob der USA), heute für Israel (Buchenwald-Besuch) und am Wochenende für die USA & England (Normandie-Feier). Eine 1a-Hollywood-Show! Obama versucht das Image, den Schein, der USA zu verbessern, was er durch die Massenmedien schaffen könnte. Die berichten alle, wie gleichgeschaltet, verzerrend und zensierend per Weglassen. Rein mit den Infos auf den Massenmedien, solange man die Rede nicht selbst ganz durchliest, bekommt man den Eindruck, Obama hätte gestern 1h oder länger am Stück positiv über Araber und eine Annäherung an sie gesprochen. Das, was in den Medien hervorgehoben wird, muss nicht der Haupt- und Großteil sein. Man kann winzigste Dinge durch große Berichterstattung riesig aufblähen.

Die amerikanische Botschaft in Berlin hat die seine Rede übersetzt und sie ist z.B. bei sueddeutsche.de ganz zu lesen. (Wenige werden das auch wirklich tun, in den Medien bekam man doch schon vermeintlich alles Wichtige vorgekaut geliefert.)

Analyse seiner Rede: (Die wichtigen Stellen kommentiert)

"Solange unsere Beziehungen von unseren Unterschieden definiert sind, werden wir diejenigen stärken, die eher Hass als Frieden verbreiten, und diejenigen, die eher Konflikte fördern als die Zusammenarbeit, die den Menschen in allen unseren Ländern helfen könnte, Gerechtigkeit und Wohlstand zu erreichen.
Dieser Kreislauf der Verdächtigungen und Zwietracht muss enden.

Ich bin nach Kairo gekommen, um einen Neuanfang zwischen den Vereinigten Staaten und den Muslimen überall auf der Welt zu beginnen. Einen Neuanfang, der auf gemeinsamen Interessen und gegenseitiger Achtung beruht und auf der Wahrheit, dass die Vereinigten Staaten und der Islam die jeweils andere Seite nicht ausgrenzen und auch nicht miteinander konkurrieren müssen."


Schöne Worte, aber nichts sagend und ändernd. Von wem kommt hauptsächlich die Spannung und um welche Verdächtigungen geht es? Welche sind real und zu Recht angebrachte Punkte der Araber gegenüber den USA?

Der versprochene Neuanfang klingt viel versprechend, sofern den Worten auch Taten folgen. Sonst bleiben es schöne Worte. Wie viele tolle Reden Politiker hielten, ohne das Versprochene zu erfüllen...

"Und ich sehe es als Teil meiner Verantwortung als Präsident der Vereinigten Staaten an, gegen negative Stereotype über den Islam vorzugehen, wo auch immer sie auftreten mögen.

Aber das gleiche Prinzip muss für die muslimischen Wahrnehmungen der Vereinigten Staaten gelten. Genauso wie Muslime nicht groben Stereotypen entsprechen, entsprechen auch die Vereinigten Staaten nicht dem groben Stereotyp eines nur an sich selbst interessierten Imperiums.

Die Vereinigten Staaten sind eine der größten Quellen für Fortschritt, die die Welt jemals gesehen hat. Wir sind aus einer Revolution gegen ein Weltreich hervorgegangen. Unser Land wurde auf den Idealen gegrüdet, dass alle Menschen gleich geschaffen sind, und wir haben über Jahrhunderte gekämpft und Blut vergossen, um diesen Worten Bedeutung zu verleihen ¬ innerhalb unserer Grenzen und in der übrigen Welt"


Starker Tobak, doch wer, der die Realität und das Gebaren der USA seit Jahrzehnten kennt soll das glauben? Nicht jede Hetze gegen die USA ist wahr, doch die USA agieren ausreichend aggressiv kriegerisch und weltdominierend, mit regelmäßigen auf Lügen begründeten Kriegen und vielen unschuldigen Zivilisten als Opfer. Auf Idealen begründet zu sein ist kein dafür Beleg, immer noch so zu sein, wie die Gründer (angeblich) waren. Eine führende Rolle in vielen Bereichen der Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und gerade der Militärtechnik streitet den USA keiner ab. Es kommt auf die Nutzung seiner Position an, was bei den USA der Kritikpunkt ist. Die USA missbrauchen ihre Stärke als Weltmacht.

"Das ist eine schwierige Verantwortung, die wir übernehmen müssen. Die menschliche Geschichte war oft geprägt von Nationen und Stämmen und auch Religionen - die einander aufgrund ihrer eigenen Interessen unterjochten.

In dieser neuen Ära ist dieses Verhalten aber völlig sinnlos. Angesichts unserer gegenseitigen Abhängigkeit wird jede Weltordnung, die eine Nation oder Gruppe über andere erhebt, unweigerlich scheitern. Ganz gleich, was wir also über die Vergangenheit denken, wir sollten nicht zu ihren Gefangenen werden."


Die USA machen nicht exakt das seit nun über 60 Jahren? Die USA bezeichnen sich selbst als großartigstes Land auf der Welt und sind im Glauben über allen zu stehen, das Recht zu besitzen als Weltpolizist zu agieren, zu bestimmen wer gut und böse ist und sich alles zu holen, was sie wollen.

"Das erste Thema, dem wir uns stellen müssen, ist gewalttätiger Extremismus in allen seinen Formen. In Ankara habe ich klar gesagt, dass sich die Vereinigten Staaten nicht mit dem Islam im Krieg befinden und das auch niemals sein werden. Wir werden uns jedoch unnachgiebig gegen die gewalttätigen Extremisten stellen, die eine ernste Gefahr für unsere Sicherheit bedeuten, weil wir dasselbe ablehnen, was die Menschen aller Glaubensrichtungen ablehnen: Die Ermordung unschuldiger Frauen, Kinder und Männer"

Ist ständig Kriege und Angriffe zu führen kein Extremismus in Form des Staatsterrorismus? Wie viele Zivilisten haben allein die USA mit dem Embargo und der Eroberung des Iraks auf dem Gewissen? Genaue Zahlen existieren nicht, doch schon vor dem auf üblichen Lügen basierenden US-Angriff starben hunderttausende, hauptsächlich Kinder, da die USA keine Medikamente ins Land ließen. Im Krieg und bis heute weitere hundterttausende Kollateralschäden... unschuldige Frauen, Kinder und Männer. Rein der Gewalt uns Anzahl der Toten ZIVILISTEN nach sind die USA führend in der Statistik.

"Ich bin mir bewusst, dass es noch immer einige Menschen gibt, die die Ereignisse des 11. Septembers anzweifeln oder rechtfertigen würden. Aber lassen Sie uns ganz klar feststellen: Die al-Qaida hat an diesem Tag fast 3000 Menschen getötet. Die Opfer waren unschuldige Frauen, Kinder und Männer aus den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern, die niemandem etwas getan hatten.

Dennoch hat die al-Qaida diese Menschen unbarmherzig ermordet, sich mit dem Angriff gebrüstet und sagt sogar heute, dass sie entschlossen ist, einen massiven Angriff durchzuführen und viele Menschen zu töten.

Sie haben in vielen Ländern Anhänger und versuchen ihre Reichweite noch auszudehnen. Das sind keine Ansichten, über die diskutiert werden kann, es sind Fakten, mit denen man sich befassen muss."


Obama sagt es, so war es! Zu Befehl? Fragen zu den extrem vielen Merkwürdigkeiten rund um "911" und vorherigen Anschlägen (z.B. das WTC Jahre zuvor) und "Bekennungen" stellen darf man nicht, sonst gehört man zur Achse des Bösen? Nein, die hat Obama (als öffentliche Bezeichnung) abgeschafft.

Al-Qaida im Sinne einer zentralen Organisation existiert nach Fachleuten nicht. Al-Qaida ist mehr ein Glauben, sozusagen freiwilliger Zusammenschluss im Stil des geistigen Widerstands. Wer mit den USA unzufrieden ist und sie als Extremist hasst, wird nach der Propaganda der USA Al-Qaida natürlich als seinen Erlöser sehen, wenn Al-Qaida es schaffte "911" durchzuführen.

"Täuschen Sie sich also nicht: Wir wollen unsere Truppen nicht in Afghanistan lassen. Wir wollen dort keine Militärbasen einrichten Es ist qualvoll für die Vereinigten Staaten, ihre jungen Frauen und Männer zu verlieren. Es ist kostspielig und politisch schwierig, diesen Konflikt fortzusetzen. Wir würden gerne jeden einzelnen unserer Soldaten nach Hause bringen, wenn wir sicher sein könnten, dass es in Afghanistan und jetzt auch in Pakistan keine gewalttätigen Extremisten gibt, die entschlossen sind, so viele Amerikaner wie möglich zu töten. Aber das ist zurzeit noch nicht der Fall.

Deshalb haben wir eine partnerschaftliche Koalition mit 46 Ländern geschlossen. Trotz der damit einhergehenden Kosten wird das amerikanische Engagement nicht nachlassen."


Deswegen hatten die USA 2007 737 Militärbasen auf dem Planeten verteilt? Da sie nirgendwo Besatzer oder Machtfaktor (Militärpräsenz) sein wollen? In Deutschland sind die USA seit mehr als 64 Jahren mit Stützpunkten. Aber im Irak und Afghanistan sind sie in Kürze weg. Wer das glaubt, glaubt alles.

Weswegen wollen "gewalttätigen Extremisten" so viele Amerikaner wie möglich töten? Haben die etwas gegen Besatzer und dürfen sich nicht wehren? Ganz böse Leute! Wie der böse Widerstand der z.B. Russen und Franzosen gegen die Nazis? Die Amerikaner würden sich gegen Besatzer in den USA gar nicht wehren, nicht brutal versuchen jeden fremden Besatzer mit allen Methoden loszuwerden, wegzubekommen?

"Wir wissen auch, dass militärische Macht alleine nicht ausreicht, um die Probleme in Afghanistan und Pakistan zu lösen. Das ist der Grund, warum wir vorhaben, jedes Jahr in den kommenden fünf Jahren 1,5 Milliarden US-Dollar zu investieren, um in Partnerschaft mit der Bevölkerung Pakistans Schulen, Krankenhäuser, Straßen und Unternehmen aufzubauen und hunderte Millionen Dollar, um denen zu helfen, die vertrieben wurden.

Aus diesem Grund stellen wir mehr als 2,8 Milliarden Dollar bereit, um den Menschen in Afghanistan zu helfen, ihre eigene Volkswirtschaft aufzubauen und die Dienste bereitzustellen, auf die die Menschen angewiesen sind."


Reine Strategie, da man aus der Geschichte lernte. Gibt sich der Besatzer nett und freundlich, kann man den aktiven Widerstand kleiner halten. Nicht alles Geld direkt gegen die Besiegten verwenden, sondern für den Wiederaufbau des selbst Zerstörten, bisschen Hilfe und Propaganda.

"Die irakische Souveränität gehört dem Irak allein. Daher habe ich den Abzug der Kampfbrigaden bis kommenden August angeordnet. Daher werden wir uns an unsere Vereinbarung mit der demokratisch gewählten Regierung im Irak halten und unsere Kampftruppen bis Juli aus irakischen Städten sowie unsere übrigen Soldaten bis 2012 aus dem Irak abziehen."

Wer wagt es zu wetten? Werden die USA aus dem Irak völlig abziehen? 2012 wissen wir es. Von privaten Söldnertruppen redet er nicht. Die lassen die USA dann weiter dort?

"Wir unternehmen konkrete Schritte, um den Kurs zu ändern. Ich habe unmissverständlich den Einsatz von Folter durch die Vereinigten Staaten verboten und die Schließung des Gefangenenlagers in Guantánamo Bay bis Anfang kommenden Jahres angeordnet."

Guantánamo Bay will Obama schließen, das grundsätzliche System nicht. Tolle Aktion, wenn die Gefangenen dann nur an anderen Orten (Gefängnissen) sind. Dass er Folter und die willkürliche Verhaftung und Gefangenhaltung gestoppt hat oder stoppen wird ist inkorrekt. Allen Infos nach führt er die Methoden der USA weiter. (s. Meldungen im Ticker rechts)

"Aber wenn wir diesen Konflikt nur von der einen oder der anderen Seite betrachten, verschließen wir unsere Augen vor der Wahrheit: Die einzige Lösung besteht darin, dass die Wünsche beider Seiten durch zwei Länder erfüllt werden, in denen Israelis und Palästinenser jeweils in Frieden und Sicherheit leben.

Das ist im Interesse Israels, im Interesse Palästinas, im Interesse der Vereinigten Staaten und im Interesse der Welt. Aus diesem Grund habe ich vor, mich mit all der Geduld und Hingabe, die diese Aufgabe erfordert, persönlich für dieses Ziel einzusetzen. Die Verpflichtungen, die die Parteien im Rahmen der Road Map eingegangen sind, sind eindeutig. Um Frieden zu ermöglichen, ist es an der Zeit, dass sie und wir alle unserer Verantwortung nachkommen.

Die Palästinenser müssen der Gewalt abschwören. Widerstand durch Gewalt und Morden ist falsch und führt nicht zum Erfolg."


Erneut Ankündigung eines seiner Vorhaben. Solange er dazu nichts aktiv unternimmt bleiben es schöne Worte. Zum letzten Absatz: Klar, alle Gewalt geht nur von den Palästinensern aus? Einfach auf die Opferstatistik (Zivilisten) schauen...

"Ich verstehe jene, die protestieren und sagen, dass einige Länder Waffen besitzen, die andere Länder nicht haben. Kein einzelnes Land sollte aussuchen dürfen, welche Länder Atomwaffen besitzen dürfen.

Aus diesem Grund habe ich das Bekenntnis der Vereinigten Staaten maßgeblich gestärkt, auf eine Welt hinzuarbeiten, in der kein Land Atomwaffen besitzt."


Ideale Situation für die USA! Sie besitzen die größte, stärkste, modernste, schlagkräftigste, am breitesten auf der Welt verteilte reguläre Streitmacht. Hat kein Land mehr Atomwaffen, haben die USA noch leichteres Spiel und freie Hand auf dem Planeten.

"Das vierte Thema, über das ich sprechen werde, ist Demokratie.
[...]
Aber ich bin der unerschütterlichen Überzeugung, dass sich alle Menschen nach bestimmten Dingen sehnen: Die Fähigkeit, seine Meinung zu äußern und ein Mitspracherecht dabei zu haben, wie man regiert wird, Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit und die Gleichheit vor dem Gesetz zu haben, eine Regierung, die transparent ist und die Menschen nicht bestiehlt sowie die Freiheit, so zu leben, wie man möchte. Das sind nicht nur amerikanische Ideen, es sind Menschenrechte. Und aus diesem Grund werden wir sie überall auf der Welt unterstützen.


Diese Rechte werden seit "911" so stark wie nie zuvor mit Füßen getreten und abgeschafft. In den USA seit dem Patriot Act und folgenden Ermächtigungen.

"Die Heilige Bibel lehrt uns: 'Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.' Die Menschen auf der Welt können in Frieden zusammenleben. Wir wissen, dass das Gottes Weitblick ist. Jetzt muss es unsere Arbeit hier auf der Erde sein."

Dann heißen die US-Regierenden nicht "Gottes Kinder". Wenn man sich die Liste der US-Kriege & Angriffe seit WK2 so anschaut... Noch kriegerischer zu sein ist fast unmöglich.

Mehr zum Thema:
- "US-Atombericht landet versehentlich im Netz"
- "USA: Terroranschlag verhindert!"
- "Obama ist der beste US-Präsident aller Zeiten"

Foto: Barack Obama - This United States Congress image is in the public domain. This may be because it is an official Congressional portrait, because it was taken by an official employee of the Congress, or because it has been released into the public domain and posted on the official websites of a member of Congress. As a work of the U.S. federal government, the image is in the Public Domain.