Montag, 12. Juli 2010

Kurzmeldungen vom 12.-13.07.2010

Meldungen werden aktualisiert

- Griechenland leiht sich erfolgreich Geld: Staatsanleihen versteigert - Vertrauen kehrt an die Märkte zurück
"Griechenland ist trotz seiner hohen Staatsschulden noch kapitalmarktfähig. Die Investoren vertrauen offenbar dem Rettungsschirm der EU und zeigten grosses Interesse an den neuen Anleihen. Die Nachfrage nach den 1,625 Miliarden überstieg das Angebot um das 3,64-fache; der Zinssatz lag bei 4,65 Prozent. [...] Bei der letzten Auktion Mitte April hatte die Nachfrage das Angebot allerdings noch um das 7,67-fache überstiegen. Der Zinssatz lag damals bei 4,55 Prozent."
Quelle: nzz.ch
Kommentar: Wieder eine absurde Farce und viel Propaganda in den altbekannten (z.B. Öffentlich Rechtlichen) Medien.
Nachdem Griechenland auf Risiko und Kosten anderer EU-Länder/Bürger gestützt wird, machen die heimtückischen Banken natürlich weiter tolle Geschäfte - zu höheren Zinsen als vor der Krise im April - mit dem Land. Null Zusammenhang mit "wieder kapitalmarktfähig" oder Krise gemeistert! NICHTS ÄNDERTE SICH! Bis zuletzt verkaufte man doch griechische Staatsanleihen, da die Banken auf die Rettung ihrer Geschäfte Griechenlands hofften bzw. es (Finanzwelt = mächtig) erzwangen. Das Risiko wurde ja ausgeschaltet, ihre Zockerei wurde abgesichert. Der Witz folgt kurz später im Artikel: 4,55% betrugen die Zinsen vor der Rettung, die Banken machen demnach fremdgesicherte Geschäfte, wie nie zuvor! "Die erfolgreiche Versteigerung habe auch die Unsicherheit durch die Herunterstufung Portugals durch die Ratingagentur Moody's mehr als wettgemacht, sagen Marktkenner." Aha? Kein Experte weiß das gerade Gesagte? Griechenlands Staatsanleihenverkauf ist alles andere als eine Beruhigung. Die Zinsen waren noch höher als in der "Angst vor dem Staatsbankrott" Stimmung im April! Die Finanzwelt nutzte nur RISIKOLOS die Situation aus. Dass Börsenbewegungen keinerlei Zusammenhang mit irgendwelchen Fakten oder Tagesmeldungen haben (müssen) wurde im Blog oft erklärt.

- Warum lag Krake Paul immer richtig?
"Erstens werden nur solche Orakel medial bekannt, die richtig liegen. [...] „Angesichts der Serie bei den Vorhersagen, handelt es sich offenbar um eine erlernte Aufgabe“, zitiert der Online-Auftritt der US-Nachrichtensenders CNN den Biologie-Professor Jean Boal von der Millersville-Universität in Pennsylvania."
Quelle: handelsblatt.com
Kommentar: Oder es war Drittens purer Zufall! Bei seinem ersten Tipp betrug die Wahrscheinlichkeit 50:50 und beim letzten Tipp (nach sieben 50:50) des Finalspiels 1:256. Keine Unmöglichkeit! Die Chance beim Lotto einen lächerlichen "Vierer" zu tippen liegt bei 1:1083 und ein "Fünfer" bei 1:55.491! (Beides ohne Zusatzzahl) "Vierer" gab es alleine bei der letzten Lottoziehung nicht kaum welche, sondern 101.116 und "Fünfer" immerhin noch 1.874. Ein "Vierer" zu erhalten ist 4fach und ein "Fünfer" 216fach schwerer und unwahrscheinlicher als Krake Pauls Tipperfolg. Die Krake hat bloß einen 1:256 Zufallserfolg gehabt, sonst nichts.

- Die Grünen an der Grenze zur Volkspartei
"Demoskopen attestieren den Grünen das Zeug zur Volkspartei. Das Führungspersonal will die Gelegenheit nutzen und die Partei stärker im bürgerlichen Lager verankern. Doch viele Mitglieder hadern mit der neuen Offenheit - es droht eine Identitätskrise."
Quelle: ftd.de
Kommentar: Zugegebenermaßen sind die Grünen längst eine der 08/15 und gegenseitig austauschbaren Systemparteien geworden. Bis auf minimalste Unterschiede beim Umweltschutz unterscheiden sich die Grünen nicht mehr von der CDU oder SPD. Die Grünen trugen und tragen jede Politik! Unter Schröder den ersten Angriffskrieg von deutschem Boden aus seit Hitler(!) und z.B. Hartz4 & Agenda 2010. Den Schein von Differenzen wahrt man rein per Showstreit einzelner Politiker* und in jedem Wahlkampf...
* (Deren Ideen sowieso nicht umgesetzt werden, da nicht auf Partei- und Kompromissebene z.B. zwischen Rot-Grün oder Schwarz-Grün)

- USA: Employment-Population Ratio weiter auf Talfahrt
"Das Employment Population Ratio stellt das Verhältnis der Beschäftigten (Employment Level) zur Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter (Civilian Noninstitutional Population Level) dar. In den USA hat dieses Verhältnis eine beispiellose Talfahrt hinter sich und ist Beleg für den schlechten Zustand der Volkswirtschaft. Das Ratio dokumentiert auch das zum Scheitern verurteilte Experiment, Jobs und Einkommen durch Kredit und Spekulation zu ersetzen. Seit dem Hoch des Anteils von 64,7% im April 2000, fiel die Beschäftigung im Verhältnis zur arbeitsfähigen Bevölkerung auf 58,5% im Juni 2010."
Quelle: wirtschaftquerschuss.blogspot.com
Kommentar: Mehr Infos und Grafiken in der Quelle!

- Konjunkturerwartungen sinken überraschend stark
"Trotz der Konjunkturerholung blicken die Börsenprofis mit zunehmender Skepsis in die Zukunft. Das ZEW-Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten sank im Juli auf 21,2 Punkte von 28,7 Zählern im Vormonat."
Quelle: welt.de
Kommentar: Wo bleibt diesmal das "Unerwartet" oder "Überraschend"? - Hier die gesamte Meldung inkl. Grafik -

- Branntweinmonopol: Aigner rettet Schnapssubvention
"Zu viel Alkohol bedeutet nix los in der Hose." So warnt einer der Slogans auf den Aufklärungsseiten der Bundesregierung. 8,7 Mio. Euro gibt sie jährlich für solche Kampagnen gegen Alkohol und Drogen aus - Peanuts gegen die 80 Mio. Euro, mit denen Berlin die Schnapsproduktion fördert. Gegen alle Widerstände von Ökonomen und Wettbewerbshütern."
Quelle: ftd.de
Kommentar: So sieht unsere Politik meist aus! Gegen jede Logik und den Verstand. Für die Interessen von Lobbys und Interessensgruppen (Elite)...

- BDI sinkt weiter
"Der Baltic Dry Index (BDI), ein Preisindex für Frachtraten bei Massenfrachtgüter, wie Kohle, Eisenerze, Zement, Kupfer, Kies, Dünger, Kunststoff-Granulat und Getreide, brach heute um weitere -3,3% auf nur noch 1'840 Punkte ein, nachdem er bereits in der letzten Woche um kräftige -14,9% abstürtzte"
Quelle: wirtschaftquerschuss.blogspot.com
Kommentar: Hochgetrieben wurde er größtenteils durch China, das viele Rohstoffe benötigt...

- FDP kann mit elektronischem Personalausweis "gut leben"
"Die FDP hat ihren Anfang des Jahres noch publikgemachten Widerstand gegen die Einführung des elektronischen Personalausweises aufgegeben. Die geplante neue Identitätskarte sei zwar "kein Lieblingsprojekt der Liberalen", erklärte Manuel Höferlin, Vorsitzender der Arbeitsgruppe IT und Informationsgesellschaft der FDP-Bundestagsfraktion laut den protokollierten Redebeiträgen im Bundestag zu einem Antrag (PDF-Datei) der Grünen am Freitag, in dem der Stopp des Großprojekts gefordert wurde."
Quelle: heise.de
Kommentar: Dass die FDP weder liberal, noch freiheitlich und (pro) demokratisch ist, sollte für alle gut Informierten altbekannt sein. Selbst in der Bundesregierung oder Länderregierungen baut(e) sie den totalitären Staat seit Jahrzehnten mit auf...

- "Verbotene Bilder" der BP-Ölkatstrophe in den USA
Einfach hier ansehen!
Am Anfang steht dort als Parodie: "Sie sind nicht berechtigt diese Bilder der Ölpest* zu sehen, Bürger... nicht hinschauen!" In den USA wurde das unberechtigte Fotografieren und Filmen, schon das sich Nähern an alle betroffenen Gebiete, zu einem Strafbestand gemacht!
Quelle: washingtonsblog.com (Englisch aber genug Bilder)
Kommentar: Nicht notwendig...
*[freie Übersetzung, wörtlich: ausgeflossenes Öl]

- Europäische Großbanken reden über 20-Milliarden-Rettungsfonds
"Geldhäuser führen ein sorgenfreies Leben, zumindest wenn sie groß und wichtig genug sind: Im Notfall springt immer der Steuerzahler ein. Unicredit-Chef Profumo will das ändern und einen von den Instituten selbst finanzierten Fonds gründen. Einige der größten Geldhäuser Europas diskutieren die Schaffung eines 20 Mrd. Euro schweren privat finanzierten Rettungsfonds für Banken."
Quelle: ftd.de
Kommentar: Besser als die Bankenabgaben, doch immer noch eine lächerliche Summe. Da darf es erste größere Schwierigkeiten im System frühestens in 10-20 Jahren geben, sofern das nicht die jährliche "Sammlung", sondern gar eine konstant bereitgehalte Summe sein soll. In dem Fall kann man sie ganz vergessen! Den Hinweisen nach schafft man einen 20 Mrd. Rettungsfonds und fertig...

- Freilassung Roman Polanski: Recht ist nicht Gerechtigkeit
"Nach fast zehn Monaten Hausarrest ist Roman Polanski wieder ein freier Mann. Die Schweizer Justiz hat entschieden, den in den USA wegen Vergewaltigung angeklagten Regisseur nicht auszuliefern. Die Begründung ist für das Gerechtigkeitsempfinden vieler vor allem eines: unbefriedigend. [...] Denn auch wenn im Auslieferungsverfahren das Recht angewandt wurde, wird es für Samantha Gailey, wie das Mädchen hieß, das Polanski damals missbrauchte, auch jetzt keine Gerechtigkeit geben. Weil sie endlich ihr Leben ohne die permanente Erinnerung an Polanski leben möchte, hat sie sogar schon eine Einstellung des Verfahrens beantragt - vergeblich."
Quelle: stern.de
Kommentar: Wieder übliches Vorgehen gegen die (reiche) Elite, die immer einfacher als Normalbürger davonkommt. Wäre es nicht Polanski, sondern ein "normaler" Mensch gewesen, wäre er nicht mit nur Hausarrest(!) und dann endgültiger Freilassung ohne Auslieferung davongekommen. Zum Antrag des Opfers: Wieviel Geld sie inkl. Verhaltenshinweis zur "Show" dafür bekommen haben wird? Es wäre ja noch schöner, wenn Opfer von größeren Verbrechen das Verfahren einstellen könnten. Diese Straftaten werden zum Glück von sich aus vom Staatsanwalt verfolgt. Dann müssten die Täter in Zukunft nur noch die Opfer kaufen oder einschüchtern und die Klage gegen sie wird fallengelassen...